Presseberichte

Fasent-Spektakel in Diersburg

Schräckslizunft ruft die Räbdroll aus den finsteren Reben, die befreien die Schräcksli aus dem Stollen, dann ist das Rathaus dran und wird gestürmt. Hat die Gegenwehr etwas genutzt?

Hohberg. Mit einem urwüchsigen Spektakel beginnen am Samstag in Diersburg die tollen Tage. Die Räbdroll kommen dabei aus dem Weinberg und befreien die Schräksli, die seit Aschermittwoch im Diersburger Stollen ausharren. So jedenfalls geht die Sage. Der Ablauf ist bewährt.
Bunt ist’s, laut und ein großer Spaß vor allem für die Kinder. Die schauen gleich mal, noch ehe das ganze Spektakel losging, durch das alte Gittertor in den Stollen, aber es war niemand zu sehen. Derweil spielen die Stollebloser (Musikverein) flott auf.

Tor auf

„Wann kommen sie denn?“, fragt ein Junge in Hemdglunker. Seine Mutter weiß Bescheid: Wenn die Räbdroll das Tor aufschließen. Genau so kommt es. „Hört ihr nicht, dass sich was bewegt?“, fragt der neue Präsident Andreas Moser, die Kinder antworteten begeistert: „Jaaaaa!“ Auch Moser hatte sich zuvor begeistert gezeigt, dass so viele Kinder da waren: „Wunderbar.“ Die Räbdroll lassen nach solch verräterischen Geräuschen nicht länger auf sich warten und kommen aus den Reben, den dunklen Hang hinunter. Kurz darauf gibt es dann zeitweise helles Licht, unter anderem vom Feuerwerk. So kommen die Trolle besser voran. Schließlich hat die Menge sie erfolgreich aus dem Dunkel der Nacht gerufen. 
Schräcksli in Hemdglunker stehen vor dem Stollen Spalier, manche mit Fackeln in der Hand und grüßen die erstaunliche Menge an Schräcksli, die aus dem Stollen kommen, nachdem die Räbdroll aufschlossen und ihnen ein Stück entgegenkamen. 

Der Abstieg

Noch ein paar Musikstücke, schließlich der Abstieg. Es dauert eine ganze Weile, bis sich alle auf der Talstraße gesammelt haben, der Weg zum Stollen ist steil und nur nacheinander zu begehen. Nachdem der Letzte unten ist, geht die bunte Beleuchtung entlang des Pfades aus. Der närrische Lindwurm zieht zum Rathaus, an dessen Kopf das Versorgungsfahrzeug der Kosaken, einer weiteren Gruppe der Schräcksli, das die Narren mit geistigen Getränken versorgt. Am Steinbruch gesellt sich der Narrenbaum hinzu, den die Schräcksli am Rathaus aufstellen. Es ist ein ziemliches Trumm von Baum, es kostet Mühe, bis er steht. Andreas Moser sagt, die Gemeinde habe ihm versichert, der Balkon halte das aus (der Baum wird daran befestigt). 
Danach gibt es noch die Kapitulation der weltlichen vor der Macht der Narren: Daniela Bühler, ihres Zeichens Bürgermeister-Stellvertreterin, versucht ein weiteres Mal ihr Glück, den Rathausschlüssel gegen die Schräcksli zu verteidigen. Und obwohl sie sich tapfer wehrt, gegen die List und Türe der Diersburger Gnomen hat sie letztlich keine Chance. Es bleibt also rundherum bei der Diersburger Tradition, auch hier am Rathaus, dass die Stellvertreterin den Schlüssel verteidigt und nicht Bürgermeister Andreas Heck selbst, der mit Gattin Claudia an diesem Spektakel teilnimmt. 
Auch unter Andreas Moser, dem neuen Präsidenten, bleibt also das Spektakel wie es war – halt, nicht ganz: Der Tag hat sich seit dem Jahr 2023 von Mittwoch vor dem Schmutzigen auf den Samstag davor verlagert. Andy Moser erklärt auch, warum: Im Jubiläumsjahr 2023 gab es an genau diesem Mittwoch den Sturm des Hohberger Rathauses, die Schräcksli wechselten auf den Samstag. „Und das kam gut an“, so Moser. Also bleibt in Diersburg alles gut.

Autor: Klaus Krüger

Schräckslizunft lässt's krachen

Hohberg-Diersburg. Kaum hatten sich die Hl. 3 Könige verabschiedet, wurde die diesjährige, kurze Fasent eingeläutet. Die Zunft war am 06. Januar zu Gast bei der Nacht der Frösche in Weier, und eine Woche später bei der Rumple-Bumple-Nacht in Bohlsbach. Beim ersten Umzug in Schutterwald gab die Schräckslizunft mit einer großen Anzahl der Aktiven und ihren beiden Wagen, dem Stollenwagen der Schräcksli und dem Räbdrollfaß ein tolles Bild ab.
 
Die kommenden Termine gelten für die Zunft fast als Heimspiel, so ist man beim 44jährigen Jubiläum der Schelle Hexe Hofier an zwei Tagen zu Gast, genau wie am letzten Januar-Wochenende beim Jubiläum der Stänglihocker in Oberschopfheim.
Dazwischen freuen sich die Aktiven auf den Termin bei der Patenzunft, Höllteufel Reichenbach, zum alljährlichen Teufel holen auf dem Santis Claus.
 
Änderungen bei der Hauptfasent
 
Nun heißt es für die Aktiven die Kräfte zu bündeln, denn ab dem 29.01. geht es Schlag auf Schlag. An diesem Tag wird das beliebte „Narreblättli“ verkauft, das heuer zum 66. Mal erscheint. Am 02.02. und 03.02. wird die Halle dekoriert für die kommenden „Festtage“.
Nicht wie bisher am Tag vor dem Schmutzigen, sondern am Samstag, den 03.02. steht das Stellen des Narrenbaums am Rathaus an. Die Schräcksli werden aus ihrem Stollen befreit und die Räbdroll kommen aus den Reben. Zusammen ziehen sie dann, begleitet vom Musikverein und den kleinen und großen Narren Richtung Rathaus. Dort werden die Zunftoberen versuchen den Rathausschlüssel über die Fasnachtstage in ihre Hände zu bekommen. Anschließend geht’s im Narrenkeller „hoch“ her.
Am Schmutzigen präsentiert die Zunft ihren 45. Närrischen Dorfabend. Traditionell vom Einmarsch aller Aktiven bis zum großen Finale erwartet die Besucher wieder ein abwechslungsreiches Programm. So sind das Männerballett, Hofgarde und Nachwuchsgarde, die Stollebloser und natürlich die Kosaken am Start, wie auch der Schräcksli Loschorer, der sicher einiges ans Tageslicht bringen wird. Aber man darf auch auf neue Gesichter und Überraschungen gespannt sein. 120 Aktive, alle aus den eigenen Reihen, werden auch beim 45. Närrischen Dorfabend ihr Bestes geben. Begleitet wird das Programm von der Musikband „Celebrations“, die anschließend auch zum Tanz aufspielt. Eine Bar und warme Küche sorgen für das leibliche Wohl der Gäste.
Weiter geht es am Fasnachts-Samstag mit der 7. Schlagernacht, erstmals mit einer DJane. Diese wird ihr Bestes geben und auch in diesem Jahr für eine Mega- Stimmung in der Gemeindehalle sorgen. Am Fasentsonntag findet der traditionelle Umzug der örtlichen Vereine und Gruppen statt. Klein, aber fein heißt die Devise, bei dem sich die Beteiligten mit Vorträgen am Turnplatz präsentieren. 
Neu in diesem Jahr: Die Prämierung der Wagen und Gruppen erfolgt direkt auf dem Turnplatz vor dem Narrenkeller. Dabei öffnet die Feuerwehr ihre Fahrzeughalle, auch der Narrenkeller ist zum gemütlichen Hock geöffnet. 
Auch hier werden die Gäste mit Essen und Trinken bestens versorgt.
 
Am Rosenmontag sind große und kleine Kinder im Dorf unterwegs beim „Gäggili-Gäg“, Schnurren und Schnaigen den ganzen Tag. Auf dem Turnplatz bietet die Zunft an, sich kostenlos mit einer Suppe zu stärken. Am Fasent-Dienstag sind die Kinder dran. Ab 14.31 Uhr findet in der Gemeindehalle der 23. Kinder- und Jugendhock statt. Ein Programm von Kindern für Kinder und nicht nur für Kinder. Ein Kinder- und Jugendzunftrat führt durch das Programm. Abends wird sich die Stimmung trüben, wenn der Narrenbaum am Rathaus gefällt wird und Schräcksli und Räbdroll wieder ins Hintertal geführt werden. Nach dem Verbrennen der Fasent müssen die Schräcksli wohl oder übel in den Stollen und die Räbdroll in die Reben.
Abschließend Hock im Narrenkeller zum endgültigen finalen Schluck und dem ersten „S’geht degege“.

Autor: Michael Rieger

Jugend voran bei der Schräckslizunft

Interne Taufe der „Neuen“ im Narrenkeller. Patenzünfte Späudi und Beiabsäger mit dabei.

 

Hohberg-Diersburg. Nicht nur in den rheinischen Hochburgen Köln, Mainz und Düsseldorf ist der 11.11. ein fester Bestandteil im Kalender der Narren. Nein, auch in Hohberg wird die fünfte Jahreszeit gefeiert. Die „Groß-Hohberger-Narrenzünfte“ (Hofweier, Niederschopfheim, Oberschopfheim und Diersburg) eröffnen schon seit Jahren gemeinsam die neue Fasent-Saison. Doch bevor die große Schar der Diersburger Aktiven mit dem Bus Richtung Hofweier fuhr, traf man sich im Narrenkeller zur traditionellen Taufe der Neuzugänge. Zu Beginn der Veranstaltung erinnerte Präsident Andreas (Andy) Moser an die kürzlich verstorbenen Aktiven Jürgen Benthin und Ralf Collatz. Er begrüßte besonders die Paten der Schräcksli, die Späudi, mit ihrem Zunftvogt Tom Rapp aus Niederschopfheim an der Spitze und die Beiabsäger aus Hofweier, Paten der Räbdroll mit Zunftmeister Gerd Bauert – in ihrer Funktion als „Geddel und Pfeddrig“ bei dieser Zeremonie immer vertreten. Auch viele Familienmitglieder der jungen Täuflinge und eine große Anzahl der Aktiven hieß Moser willkommen. Mit humorvollen Worten von den Leiterinnen der Nachwuchsgarde, Romina Seger-Brucker und Elisa Klausmann wurden die zierlichen Mädchen vorgestellt und mussten zur Taufe schreiten. Ihre Anspannung war sichtlich zu spüren, als sie den mit Wasser gefüllten Taufzuber und die bewährten „Taufmänner“ sahen, die auf ihren Einsatz warteten. Kopfüber wurden sie in den Taufzuber getaucht und als Zugabe, zu ihrer Überraschung, direkt in den Zuber gesetzt. Triefend nass, von Kopf bis Fuß, aber erleichtert, dass es vorbei war, überstanden sie die nasse Prozedur. Auch Raphael Benthin als Neuer in der Schräcksli-Guppe, durfte das nasse Element ein ums andere Mal genießen. Die Späudi als Paten, mit ihrer Sprecherin Anna Kienzle, brachte in ihrem Reim so manche Begebenheit von Raphael an den Tag. Anstelle seiner, musste sich Vater Stefan den obligatorischen Schnupftabak die Nase hochschießen lassen, „dass das Hirn frei wird“. Auch der Späudi-Spruch wurde dem Täufling abgefragt. Katja Stadel, Chefin der Räbdroll stellte dann ihre neuen Schützlinge vor: Sophia Bahl, Diane Bauer, Laura Ruhe und Amelie Siefert. Die Beiabsäger wählten eine andere Art der TaufZeremonie: Jede der Täuflinge bekam einen Riesen-Trichter angesetzt. Das eigens gewählte Getränk im Glas wurde über den Trichter so lange eingefüllt, bis alles geschluckt war. Allesamt bewiesen sie gute bis sehr gute „Schluckeigenschaften“. Nach guten Wünschen und Übergabe von kleinen Mäskli an die Neuen nahm Präsident Moser den Schwur ab, in dem es unter anderem heißt, „im nüchternen und berauschten Zustand den Gruppenleitern und Gruppenleiterinnen zu gehorchen und der Zunft die Treue zu halten“. Die Aufnahme war damit mit großem Beifall besiegelt. Für 11 Jahre Hästräger als Räbdroll ehrte Andy Moser Nicole Kistner, bevor die neu aufgenommenen Hästräger zu Speis und Trank einluden. Die Zeit verging und so manchem Narr fiel es schwer, den Narrenkeller bei guter Stimmung zu verlassen, als zum Aufbruch gerufen wurde, denn der Bus zur Fasenteröffnung nach Hofweier fuhr vor. 


Autor: Michael Rieger

Schräcksli gratulieren zum 70. Geburtstag

70. Geburtstag und Hochzeitstag – wenn das kein Grund zum Feiern ist. Die Schräcksli - Hästräger der Schräckslizunft Diersburg, angeführt vom neuen Präsidenten Andreas, Andy Moser und dem Oberschräcksli Dominic Schöpf, ließen es sich nicht nehmen, ihrem „Urgestein“ und allseits bekannten Albert Sester zum 70. Geburtstag und zum Hochzeitstag zu gratulieren. Ein grün – rot geschmückter Baum, den Farben der Schräcksli wurde gestellt, der Schräcksli – Ruf ertönte und nach der Gratulationscour saß man gemütlich zusammen. Bei lustigen Episoden aus früheren Zeiten mit Speis und Trank ließ man den Abend bei herrlicher Aussicht vor seinem Anwesen langsam ausklingen.

Autor: Michael Rieger

Pressebericht von der JHV 2023

Die Schräckslizunft Diersburg blickte in ihrer Jahreshauptversammlung am 28.04.2023 auf das Jahr 2022/ 2023 zurück
Zunftpräsident Jürgen Benthin eröffnete die Jahreshauptversammlung und begrüßte alle Teilnehmenden mit einem traditionellen »Narri Narro«.
Benthin ging in seinem Bericht auf die Aktivitäten der Zunft im vergangenen Jahr ein. So fand das Vater-Kind-Zelten sowie nach 2-jähriger Pause das Beachvolleyballturnier endlich wieder statt. 
Auch die Fastnachtseröffnung mit der zunftinternen Taufe konnte ohne Einschränkungen stattfinden, haben doch manche aktive Narren bereits 3 Jahre auf ihre Taufe warten müssen. 
Die Schräckslizunft nahm vor Beginn der eigenen Dorffasent an zehn Veranstaltungen teil. Benthin findet es sehr schade, dass leider immer weniger Umzüge am Sonntag stattfinden, an denen sich die Zunft präsentieren kann. 
Ein besonderer Höhepunkt der Dorffasent war der 44. Närrische Dorfabend, im Mittelpunkt hier das Jubiläum des Kosakenchors. Hier bedankte sich Benthin besonders bei Carlo Kälble, der besonders dazu beiträgt, dass der Abend immer ein voller Erfolg ist. 
Benthin bedankte sich bei der Zunft sowie bei der Vorstandschaft für die gute Zusammenarbeit und das Miteinander der letzten Jahre, da er das Amt des Präsidenten niederlegen wird.
Schriftführerin Mareike Lipps ließ ebenfalls das Jahr Revue passieren. In gewohnter Reinform verlas sie ihren Bericht über die Geschehnisse des vergangenen Jahres. Bei der Wahl wurde Mareike Lipps einstimmig wiedergewählt.
Säcklimeisterin Sandra Eisenmann trug ebenfalls ihren Bericht vor. Leider berichtete sie von einem Minus im vergangenen Geschäftsjahr. Dies ist auf die derzeitigen Preissteigerungen sowie auf außergewöhnliche größere Anschaffungen der Zunft zurückzuführen. 
Für die ausgeschiedenene Säcklimeisterin Sandra Eisenmann wurde Martin Maier einstimmig als Nachfolger gewählt.
Eine einwandfreie Buchführung bestätigte Herbert Kimmig, der die Kasse mit Doris Wälde geprüft hatte und betonte die Wertschätzung, die die Schräckslizunft im Dorf genießt. 
Für den Posten des Präsidenten ließ sich Andreas Moser aufstellen. Dieser wurde einstimmig gewählt und wurde von der Versammlung mit tosendem Applaus als neuer Präsident begrüßt.
Ebenfalls wurden die Beisitzer Dagmar Seger, Marion Wölfle, Romina Seger-Brucker sowie Benjamin Seger einstimmig wiedergewählt.
Als neue Beisitzer wurden Elina Moser, Sarah Benthin, Nils Benthin, Björn Heizmann, Jonas Seger sowie Heiko Rogge einstimmig gewählt.
Die Gruppenleiterin der Hofgarde, Nadine Gutmann, wurde von der Versammlung bestätigt.
Martina Rogge wurde aus dem Zunftrat verabschiedet. 
 
Geehrt wurden Silvia Schwendemann, Heiko Rogge und Martina Rogge für 22 Jahre aktive Mitgliedschaft. 
Vize-Präsident Carlo Seger verabschiedete Jürgen Benthin in der Versammlung. Benthin war seit 30 Jahren in der Vorstandschaft aktiv. Seit Gründung der Räbdroll war Benthin Meisterdroll, ab 2006 war er Vize-Präsident und das Amt des Präsidenten übte er seit 2015 aus. Mit einem personalisierten Geschenkkorb hat sich Carlo Seger im Namen der Zunft für das jahrelange große Engagement bedankt. Die Versammlung verabschiedete Benthin mit Standing Ovation und gebührendem Applaus.

Autorin: Mareike Lipps